Klimagerät im Fenster überwintern: So schützen Sie es richtig
Wer sein Klimagerät im Winter im Fenster oder in der Wand belässt, statt es mühsam auszubauen, sollte trotzdem ein paar Dinge beachten. Ohne Vorbereitung drohen Zugluft, spürbar höhere Heizkosten, Schimmel in der Mauerdurchführung und ein Gerät, das schneller verschleißt als nötig. Hier die wichtigsten Schritte, um das Klimagerät sicher und energiesparend über die kalte Jahreszeit zu bringen.
Warum das Klimagerät im Winter nicht einfach ignorieren?
Viele Hausbesitzer lassen ihr Fensterklimagerät das ganze Jahr eingebaut, weil der Ausbau Arbeit macht oder das Gerät ohnehin fest in eine Wandöffnung integriert wurde. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, solange man ein paar Vorkehrungen trifft. Tut man das nicht, zieht kalte Luft durch undichte Stellen ins Haus, und die Heizkostenabrechnung im Frühjahr fällt entsprechend unangenehm aus. Dazu kommt: In ungenutzten Geräten sammeln sich über Monate Feuchtigkeit, Staub und manchmal auch ungebetene Gäste wie Spinnen oder kleine Nager.
Schritt-für-Schritt: Winterfest machen
1. Gründliche Reinigung vor der Winterpause
Bevor die ersten kalten Nächte kommen, lohnt sich eine letzte Runde Reinigung:
- Luftfilter herausnehmen, waschen oder, falls stark verschlissen, ersetzen
- Lamellen und Lüftungsgitter von Staubablagerungen befreien
- Kondensatwanne kontrollieren und trockenwischen, Rückstände entfernen
- Außengehäuse von Laub, Spinnweben, Insektennestern und Schmutz säubern
Eine saubere Einheit verhindert, dass sich über den Winter Schimmel oder muffige Gerüche bilden, die einem beim ersten Einschalten im Frühjahr unangenehm entgegenschlagen.
2. Zugluft und Wärmeverlust abdichten
Der größte Energieverlust entsteht nicht durch das Gerät selbst, sondern durch die Lücken drumherum. Konkret heißt das:
- Isolierstreifen (Foam Seal Strips) rund um den Rahmen anbringen, überall dort, wo das Gerät auf den Fensterrahmen trifft
- Dichtungsband oder Silikon an sichtbaren Spalten zwischen Gerät und Wand auftragen, auch an kleinen Rissen
- Innen- und Außenabdeckungen aus isoliertem Vinyl oder Kunststoff verwenden, die eigens für überwinternde Klimageräte gemacht sind
Eine gute Außenabdeckung schützt nebenbei vor Schnee, Eis und Schlagregen, die sonst der Mechanik ziemlich zusetzen können.
3. Spezielle Winterabdeckungen nutzen
Im Baumarkt oder online findet man passgenaue Abdeckungen für Fensterklimageräte, meist aus wetterfestem Vinyl mit Kordelzug oder Klettverschluss, oft für 15 bis 30 Euro zu haben. Wichtig ist, dass die Abdeckung:
- luftdicht, aber trotzdem atmungsaktiv ist (sonst wird sie selbst zur Feuchtigkeitsfalle)
- das gesamte Außengehäuse abdeckt, nicht nur die Front
- so fest sitzt, dass auch ein stürmischer Januarabend sie nicht wegreißt
4. Innenraum-Abdeckung nicht vergessen
Die Innenseite wird gerne unterschätzt. Dabei reicht oft schon eine dünne, isolierende Innenabdeckung, oder im einfachsten Fall ein Stück Bubble-Wrap-Folie vor dem Bedienpanel, um den Kältedurchzug ins Wohnzimmer deutlich zu reduzieren. Einige Hersteller bieten dafür sogar magnetische Thermofolien an, die sich ohne Werkzeug anbringen lassen.
5. Gerät ausschalten und Stromzufuhr kontrollieren
Prüfen Sie, ob das Gerät wirklich komplett ausgeschaltet ist, und ziehen Sie, wenn möglich, den Stecker. Das spart Strom, den sonst die Standby-Elektronik frisst, und schützt die Bauteile vor Schäden, falls doch einmal Feuchtigkeit oder Frost ins Innere gelangen.
Häufige Fehler vermeiden
- Abdeckung zu spät anbringen: Nicht auf den ersten Frost warten, ab Mitte Oktober ist der richtige Zeitpunkt dafür.
- Plastikfolie ohne Belüftung: Wer das Gerät komplett luftdicht einpackt, ohne für Luftaustausch zu sorgen, provoziert geradezu Kondenswasser und Schimmel.
- Dichtungsmaterial vom Vorjahr wiederverwenden: Schaumstoffdichtungen verlieren mit der Zeit ihre Elastizität und sollten jedes Jahr neu angebracht werden, auch wenn das nach unnötigem Aufwand klingt.
Im Frühjahr: Was ist beim Wiedereinschalten zu beachten?
Steigen die Temperaturen wieder, entfernen Sie die Abdeckungen, kontrollieren die Dichtungen auf Risse und lassen das Gerät vor dem ersten Einschalten mindestens 24 Stunden akklimatisieren, besonders wenn es über Monate in der Kälte stand. Ein kurzer Testlauf, am besten an einem milden Tag, zeigt zuverlässig, ob alles einwandfrei funktioniert oder ob noch etwas nachjustiert werden muss.
Fazit
Ein Klimagerät, das im Fenster oder in der Wand bleibt, muss im Winter weder zum Energiefresser noch zum Schimmelrisiko werden. Mit einer gründlichen Reinigung, passenden Innen- und Außenabdeckungen und sorgfältiger Abdichtung bleibt das Gerät geschützt und startet im nächsten Sommer problemlos durch. Wer diese Schritte jedes Jahr konsequent durchzieht, spart auf Dauer spürbar Heizkosten und verlängert die Lebensdauer seines Klimageräts um einiges.