Trockenbau-Dellen ausbessern vor dem Streichen: Anleitung für Mieter

· von Vikram Verma · 3 Min. Lesezeit

Trockenbau-Dellen ausbessern vor dem Streichen: Anleitung für Mieter

Bevor Sie in Ihrer Mietwohnung überhaupt den Pinsel auspacken, sollten kleine Dellen, Löcher und Kratzer in der Trockenbauwand verschwinden. Sonst passiert das Gegenteil von dem, was Sie wollen: Nach dem Streichen treten alle Unebenheiten noch deutlicher hervor, und bei der Wohnungsübergabe gibt es dann womöglich Ärger mit dem Vermieter. Die gute Nachricht dabei: Dellen ausbessern gehört zu den unkompliziertesten Heimwerkerjobs, die es gibt. Ein paar Stunden, günstiges Material aus dem Baumarkt, fertig.

Warum Dellen vor dem Streichen ausgebessert werden müssen

Farbe kaschiert keine Unebenheiten, sie legt sie eher offen. Gerade bei seitlichem Lichteinfall werfen selbst winzige Dellen Schatten und wirken nach dem Anstrich schlimmer als vorher, nicht besser. Wer als Mieter beim Auszug eine frisch gestrichene, aber löchrige Wand hinterlässt, riskiert Abzüge von der Kaution. Eine saubere Vorbereitung zahlt sich also doppelt aus, optisch und finanziell.

Das brauchen Sie an Material

Für die meisten kleinen bis mittleren Dellen genügt eine überschaubare Grundausstattung:

Diese Materialien gibt es günstig im Baumarkt, oft schon als „Wandreparatur-Set” zusammengestellt. Manche Sets kosten kaum mehr als eine Kinokarte und reichen locker für eine ganze Wohnung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Untergrund vorbereiten

Lose Farbreste, Staub oder abstehende Kartonfasern der Gipskartonplatte vorsichtig entfernen. Bei scharfen Kanten oder Rissen lohnt es sich, diese mit einem Cuttermesser leicht anzuschrägen, damit die Spachtelmasse besser haftet.

2. Kleine Dellen und Nagellöcher spachteln

Für Nagellöcher und flache Dellen reicht meist eine dünne Schicht Spachtelmasse. Mit dem schmalen Spachtel auftragen, leicht überstehen lassen und antrocknen lassen (Herstellerangaben beachten, meist 2–4 Stunden).

3. Größere Löcher stabilisieren

Bei Löchern ab etwa 3 cm Durchmesser, zum Beispiel von Dübeln oder Möbelhaken, sollte ein Reparaturgewebe oder ein kleines Gipskarton-Patch her. So entsteht eine stabile Basis, bevor gespachtelt wird. Ohne diesen Zwischenschritt reißt die Spachtelmasse später wieder auf, oft genau dann, wenn die Wand schon fertig gestrichen ist.

4. In mehreren dünnen Schichten arbeiten

Statt einer dicken Schicht lieber zwei bis drei dünne auftragen. Zwischen den Schichten trocknen lassen. Das verhindert Risse und Schrumpfung, auch wenn es etwas mehr Geduld kostet als die schnelle Lösung.

5. Schleifen bis zur glatten Fläche

Nach vollständiger Trocknung mit feinem Schleifpapier glattschleifen, bis die Stelle bündig mit der restlichen Wand ist. Mit der Handfläche über die Fläche streichen, so lassen sich Unebenheiten am besten ertasten. Die Augen täuschen hier öfter als die Finger.

6. Staub entfernen und grundieren

Schleifstaub mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und trocknen lassen. Anschließend die gespachtelte Stelle grundieren, damit sie die Farbe genauso aufnimmt wie der Rest der Wand. Sonst entstehen später sichtbare „Flecken”, sogenannte Ansaugstellen, an denen die Farbe unterschiedlich stark einzieht.

Typische Fehler vermeiden

Tipps speziell für Mieter

Fazit

Dellen und kleine Löcher vor dem Streichen auszubessern ist keine große Kunst, sondern eine Frage von Geduld und der richtigen Reihenfolge: sauber vorbereiten, dünn spachteln, gründlich trocknen lassen, glattschleifen und grundieren. Wer sich an diese Reihenfolge hält, bekommt am Ende eine makellose Wandfläche, perfekt vorbereitet für den nächsten Anstrich und ohne böse Überraschungen bei der Wohnungsübergabe.

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