Chalk Paint vs. Milk Paint: Alte Kommoden richtig streichen

· von Rohan Reddy · 4 Min. Lesezeit

Chalk Paint vs. Milk Paint: Alte Kommoden richtig streichen

Wer eine alte Kommode vom Flohmarkt oder vom Dachboden retten will, landet früher oder später bei derselben Grundsatzfrage: Chalk Paint oder Milk Paint? Beide Farben haben sich bei DIY-Fans durchgesetzt, weil sie kaum Vorarbeit verlangen und diesen gewissen Vintage-Charme mitbringen, den fabrikneue Möbel einfach nicht haben. Trotzdem ticken sie technisch völlig unterschiedlich, bei Zusammensetzung, Haltbarkeit, Verarbeitung und vor allem beim Endergebnis. Hier ein ehrlicher Vergleich, welche Farbe zu welchem Projekt passt.

Was ist Chalk Paint?

Chalk Paint ist eine dickflüssige, kreideähnliche Farbe auf Wasserbasis mit Kalzium-Karbonat oder Kreidepigmenten als Basis. Bekannt gemacht hat sie Annie Sloan in den 1990ern, heute bieten unzählige Hersteller ihre eigenen Versionen an, von günstig im Baumarkt bis hin zu Premium-Linien für 30 Euro das Glas.

Vorteile:

Nachteile:

Was ist Milk Paint?

Milk Paint ist die ältere, bodenständigere Variante: eine traditionelle Farbe auf Basis von Kasein (dem Eiweiß aus Milch), Kalk und Naturpigmenten. Sie kommt fast immer als Pulver, das man selbst mit Wasser anrührt, ein Verfahren, das schon im Amerika des 18. Jahrhunderts für Bauernmöbel genutzt wurde.

Vorteile:

Nachteile:

Direkter Vergleich: Die wichtigsten Kriterien

Haltbarkeit

Mit der richtigen Versiegelung (Wachs oder Klarlack) hält Chalk Paint im Alltag mehr aus und eignet sich daher besser für stark genutzte Stücke wie eine Esszimmerkommode, an der täglich Hände vorbeistreifen. Milk Paint ohne Zusatzstoffe ist empfindlicher, lässt sich aber mit einem guten Topcoat ebenfalls dauerhaft haltbar machen.

Optik

Vorbereitung

Beide Farben punkten damit, dass aufwendiges Schleifen meist entfällt, ein großer Zeitgewinn gegenüber klassischer Lackierung. Bei stark lackierten oder versiegelten Oberflächen braucht Milk Paint aber häufiger einen Bonding-Agent, sonst haftet sie gar nicht erst. Chalk Paint ist hier genügsamer und haftet von Haus aus zuverlässiger.

Preis und Verfügbarkeit

Chalk Paint bekommt man in fast jedem Baumarkt oder Onlineshop, ist dafür pro Liter meist etwas teurer. Milk Paint als Pulver ist ergiebiger, man rührt wirklich nur die Menge an, die man gerade braucht, und ist dadurch auf Dauer oft die günstigere Option.

Welche Farbe passt zu welchem Projekt?

Praxistipp für beide Varianten

Egal für welche Farbe man sich entscheidet: Die Oberfläche sollte vorher frei von Staub und Fett sein, sonst gibt es später Probleme mit der Haftung. Besser zwei dünne Schichten auftragen als eine dicke, das vermeidet Tropfnasen und unschöne Pinselspuren. Und am Ende immer versiegeln, mit Wachs für einen weichen, matten Charakter oder mit wasserbasiertem Klarlack, wenn die Kommode im Alltag mehr aushalten muss.

Fazit

Chalk Paint und Milk Paint liefern beide wunderschöne, sehr individuelle Ergebnisse beim Restaurieren alter Kommoden, nur eben mit völlig unterschiedlichem Charakter. Chalk Paint punktet mit einfacher Handhabung und einem gleichmäßigen Finish, das auch Anfängern gelingt. Milk Paint dagegen überzeugt durch Natürlichkeit und einen Chippy-Look, den keine andere Farbe so authentisch hinbekommt. Wer sich nicht sicher ist, probiert beide Varianten erst an einer unauffälligen Stelle oder einem kleinen Nebenmöbel aus, bevor die gute Kommode im Wohnzimmer drankommt.

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