Dusche & Badewanne neu verfugen: Schimmel dauerhaft vermeiden
Schwarze Flecken auf Silikonfugen im Bad sehen nicht nur unschön aus. Sie können die Raumluft belasten und sind oft ein Hinweis darauf, dass Feuchtigkeit bereits länger in der Fuge sitzt. Hat sich der Schimmel tief im Material ausgebreitet, bringt selbst kräftiges Schrubben mit Reiniger kaum noch etwas. Dann hilft nur eine neue Abdichtung. So schützen Sie Dusche, Badewanne und im besten Fall auch die Wand hinter den Fliesen vor Folgeschäden durch eindringendes Wasser.
Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie alte, verschimmelte Silikonfugen entfernen und sauber durch neues, schimmelresistentes Sanitärsilikon ersetzen.
Warum schimmeln Silikonfugen in der Dusche?
Im Badezimmer finden Schimmelpilze nahezu ideale Bedingungen: Wärme, viel Feuchtigkeit und nach dem Duschen oft noch lange nasse Oberflächen. Besonders in kleinen Bädern ohne Fenster steigt die Luftfeuchtigkeit schnell deutlich an. Bleibt sie nach einer heißen Dusche bei 80 Prozent oder mehr, trocknen Fugen nur langsam.
Dazu kommen Seifenreste, Shampoo, Hautschuppen und Kalk. Sie setzen sich in winzigen Rissen oder an rau gewordenen Stellen der Fuge fest und liefern Schimmelsporen Nährstoffe. Sanitärsilikon enthält zwar meist fungizide, also pilzhemmende, Zusätze. Durch jahrelangen Wasserkontakt und aggressive Reiniger lässt dieser Schutz jedoch nach.
Ist der schwarze Belag nur oberflächlich, kann eine gezielte Reinigung noch helfen. Sitzt die Verfärbung jedoch im gesamten Silikon oder taucht nach wenigen Tagen wieder auf, hat der Schimmel das Material meist durchdrungen. Die Fuge sollte dann vollständig entfernt werden, damit sich die Feuchtigkeit nicht weiter in Richtung Mauerwerk ausbreitet.
Benötigtes Material und Werkzeug
Legen Sie alle Materialien vor Beginn bereit. Gerade zwischen Reinigung, Trocknung und dem Auftragen des neuen Silikons sollten Sie nicht erst noch zum Baumarkt fahren müssen. Sie benötigen:
- Fugenhai oder Cuttermesser: Zum vorsichtigen Herausschneiden des alten Silikons.
- Silikonentferner: Löst hartnäckige Reste, die nach dem Ausschneiden zurückbleiben.
- Spiritus oder Aceton: Zum gründlichen Entfetten der Fugenflanken.
- Anti-Schimmel-Spray: Beseitigt Sporen im Untergrund.
- Malerkrepp (Abklebeband): Für gerade, sauber begrenzte Fugen.
- Sanitärsilikon in Premiumqualität: Achten Sie auf die Kennzeichnung „fungizid“ oder „schimmelresistent“.
- Kartuschenpresse: Damit die Dichtmasse gleichmäßig aus der Kartusche kommt.
- Fugenglätter (Abzieher): Am besten aus flexiblem Kunststoff oder Silikon.
- Glättmittel: Ein spezielles Trennmittel aus dem Baumarkt ist die bessere Wahl. Spülmittelwasser wird zwar oft empfohlen, kann aber Rückstände hinterlassen und neue Schimmelbildung begünstigen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So verfugen Sie Badewanne und Dusche neu
Neue Fugen brauchen keine Profiwerkstatt, aber Zeit und eine ruhige Hand. Planen Sie die Arbeit idealerweise an einem Tag, an dem Dusche oder Badewanne anschließend mindestens 24 Stunden nicht benutzt werden.
Schritt 1: Das alte Silikon restlos entfernen
Hier entscheidet sich, wie lange die neue Fuge später hält. Schneiden Sie das alte, verschimmelte Silikon mit einem Fugenhai oder scharfen Cuttermesser vorsichtig heraus. Arbeiten Sie lieber mit mehreren flachen Schnitten als mit einem kräftigen Schnitt. So vermeiden Sie Kratzer auf der Emaille, den Fliesen oder einer empfindlichen Acrylduschtasse.
Bleiben kleine Silikonreste zurück, tragen Sie Silikonentferner auf. Beachten Sie die Einwirkzeit auf der Verpackung, häufig sind es etwa 10 bis 30 Minuten. Anschließend lassen sich die aufgeweichten Rückstände mit einem Kunststoffschaber oder einem alten Holzspatel lösen. Der Untergrund muss wirklich silikonfrei sein, sonst haftet die neue Dichtmasse nur punktuell und kann sich frühzeitig ablösen.
Schritt 2: Reinigen und Desinfizieren
Saugen Sie zunächst lose Reste, Staub und Krümel aus dem geöffneten Spalt. Danach wischen Sie die Fugenflanken gründlich mit Spiritus oder Aceton ab. Damit entfernen Sie Fett, Hautreste und Seifenfilm, die für das Auge oft kaum sichtbar sind.
Sprühen Sie anschließend Anti-Schimmel-Spray großzügig in die gereinigte Fuge. Besonders an Wandanschlüssen und in dunklen Ecken lohnt sich dieser zusätzliche Schritt. Lassen Sie den Bereich danach vollständig trocknen. Je nach Raumklima kann das mehrere Stunden dauern. Eine neue Silikonfuge auf feuchtem Untergrund hält nicht zuverlässig, selbst wenn sie anfangs ordentlich aussieht.
Schritt 3: Abkleben für saubere Ränder
Wer selten verfugt, spart sich mit Malerkrepp viel Nacharbeit. Kleben Sie die Fliesen und den Rand von Dusche oder Badewanne ober- und unterhalb der Fuge ab. Zwischen den Klebestreifen bleibt die gewünschte Fugenbreite frei, in den meisten Bädern etwa 5 bis 8 Millimeter.
Drücken Sie das Band gut an, vor allem in den Ecken. Dadurch entsteht eine gerade Linie, und überschüssiges Silikon landet nicht auf der Fliese. Bei einer zwei Meter langen Badewanne macht dieser kleine Vorbereitungsschritt optisch einen großen Unterschied.
Schritt 4: Neues Sanitärsilikon auftragen
Schneiden Sie die Kartuschenspitze schräg ab. Die Öffnung sollte ungefähr so breit sein wie die gewünschte Fuge, nicht deutlich größer. Testen Sie den Materialfluss am besten kurz auf einem Stück Karton.
Setzen Sie die Kartuschenpresse in einer Ecke an und ziehen Sie eine gleichmäßige Silikonraupe ohne Unterbrechung entlang der Fuge. Arbeiten Sie zügig, aber nicht hektisch. Wichtig ist, dass genug Material in den Spalt gedrückt wird. Bleiben Hohlräume zurück, kann sich dort später Wasser sammeln, obwohl die Oberfläche von außen dicht wirkt.
Schritt 5: Fugen professionell glätten
Sprühen Sie die frische Silikonraupe großzügig mit Glättmittel ein. Ziehen Sie den Fugenglätter dann in einem möglichst gleichmäßigen Zug und mit leichtem Druck über das Silikon. Überschüssige Masse nehmen Sie direkt vom Werkzeug ab, statt sie mehrfach über die Fuge zu ziehen.
Haben Sie Malerkrepp verwendet, ziehen Sie es sofort nach dem Glätten schräg nach hinten ab, solange das Silikon noch nass ist. Kleine Kanten können Sie bei Bedarf vorsichtig mit einem angefeuchteten Finger anlegen. Weniger ist hier mehr: Wer zu lange nacharbeitet, verschmiert die Oberfläche schnell wieder.
Tipps zur dauerhaften Schimmelprävention
Neue Fugen bleiben deutlich länger sauber, wenn sie nach dem Duschen nicht stundenlang feucht bleiben. Diese einfachen Gewohnheiten machen in der Praxis viel aus:
- Richtig lüften: Öffnen Sie nach jedem Duschen oder Baden das Fenster weit. Fünf bis zehn Minuten Stoßlüften sind wirksamer als ein dauerhaft gekipptes Fenster. In einem fensterlosen Bad sollte der Lüfter ausreichend lange nachlaufen.
- Wasser sofort abziehen: Ziehen Sie Duschwände und Fliesen nach dem Duschen mit einem Duschabzieher ab. Wasser, das auf waagerechten Silikonfugen an der Badewanne stehen bleibt, wischen Sie mit einem trockenen Handtuch weg.
- Milde Reinigungsmittel verwenden: Scheuermilch, grobe Schwämme und stark chlorhaltige Reiniger können die Oberfläche des Silikons aufrauen. In diesen feinen Unebenheiten bleibt Schmutz besser haften, und der fungizide Schutz wird schneller abgebaut.
- Seifenreste abspülen: Spülen Sie Shampoo, Duschgel und Seifenreste nach dem Waschen mit klarem, möglichst warmem Wasser von den Fugen. Das dauert nur ein paar Sekunden, nimmt Schimmel aber eine wichtige Nahrungsquelle.
Fazit
Das Neuverfugen von Badewanne und Dusche ist oft die sinnvollste Lösung, wenn Schimmel dauerhaft in den Silikonfugen sitzt. Sie entfernen damit nicht nur sichtbare schwarze Flecken, sondern reduzieren auch das Risiko, dass Feuchtigkeit hinter Fliesen oder in das Mauerwerk gelangt.
Mit sauber vorbereitetem Untergrund, schimmelresistentem Sanitärsilikon und etwas Geduld erzielen auch Heimwerker ein ordentliches Ergebnis. Danach reichen meist ein Abzieher, regelmäßiges Lüften und milde Reinigung, damit die neuen Fugen lange dicht und sauber bleiben.